Assessment- und Mentoringtage – meine Erfahrungen

Vor gut einem Monat fanden die dritten Assessment- und Mentoringtage unseres Assessorinnenteams Nord-West statt. Bisher kam ich nicht dazu, dazu was zu schreiben, möchte dies jedoch jetzt nachholen, weil ich die Tage so rundum gelungen fand. Ich nutze hierfür Teile der ausführlichen Auswertung, die Monika Flörchinger, Vivet Alevi und ich als Team direkt nach den Tagen zusammen gemacht haben.

Diese Form der Assessment- und Mentorintage hat unser deutschsprachiges Team als einen wesentlichen Baustein auf dem Weg zur Zertifizierung zum Trainer für Gewaltfreie Kommunikation CNVC kreiert – so erfolgreich übrigens, dass diese Form des Gruppenassessments mit Begleitung durch ZertifizierungskandidatInnen inzwischen von Assessorenteams in anderen Ländern übernommen wurde. Wir wollen durch dieses Element im Zertifizierungsprozess u.a. die Bedeutung von wechselseitigem Lernen durch lernförderndes Feedback und die Vernetzung innerhalb der GFK-TrainerInnen stärken und fördern.

Bei den Tagen diesmal ist das aus meiner Sicht voll und ganz gelungen. Ich habe eine ganz besondere Mischung von Ehrlichkeit und wohlwollender Achtsamkeit erlebt und mit den anderen Anwesenden geteilt. Für mich hat sich dadurch bestätitgt, welch wertvollen Beitrag die Assessment- und Mentoringtage im Zertifizierungsprozess leisten. Besonders wichtig waren mir dort folgende Aspekte:

1- Von Anfang an war ein Raum für Offenheit und Ehrlichkeit, so dass die Teilnehmer da waren mit ihren Hoffnungen, Visionen, Ängsten und Zweifeln, die sich gerade im Zertifizierungsprozess zeigen.

2- Eine vertiefte Feedback-Praxis war möglich und wurde von allen gesucht und geschätzt, in der die Teilnehmer und wir drei Assessorinnen uns detailliert Rückmeldungen und Anregungen für die Weiterentwicklung gegeben haben.

3- Zusammen haben wir eine Atmosphäre von Ehrlichkeit und Akzeptanz geschaffen, in der sich etliche Kandidaten mit vielen ihrer Fassetten gezeigt haben und, angeregt durch die Feedbacks und andere Arbeiten, ihre nächsten Schritte im eigenen Entwicklungsprozess  herausgearbeiten konnten. Dass wie nebenbei wir drei Assessorinnen wieder mal einen Blick auf unseren eigenen Entwicklungsprozess tun und Anregungen dafür bekommen konnten, ist für mich an dieser Assessierungsbegleitung wie das Salz in der Suppe.

4- Die Themen „Prüfungsangst“ und „Umgang mit Autoritäten“ standen wieder sehr im Mittelpunkt, wenn sie sich auch oft nur unterschwellig zeigen. Hier kommt auf den Punkt, welches Reaktionsmuster der einzelne für sich dabei im Lauf seines Lebens etabliert hat: Reaktion mit Macht über, Rebellion, den anderen klein machen  – oder Reaktion mit Macht unter, Unterwerfung, sich selbst klein machen. Wenn diese Themen hochkommen, zeigt sich wieder, wie sehr die Bewusstheit in der Gewaltfreien Kommunikation uns helfen kann, aus diesen eingespielten Verhaltensmustern herauszukommen. Über das Erkennen, welches Thema aktiv ist und aus welchem Muster ich agiere, kann ich dann über die eigene Tendenz zur Unterwerfung oder über Versuche zu dominieren hinausgehen, die Empathie für mich selbst und andere finden und einen Umgang miteinander im gegenseitigen Einvernehmen und mit der gleichwertigen Achtung der Bedürfnisse aller anstreben.
Dieses sind für den Kandidaten, für uns Assessorinnen wie auch für die Gruppe meist keine leichten Prozesse, aber im nachhinein überwiegt die Freude über das, was an Lernen, Wachstum und Gemeinsamkeit daraus erwachsen ist.

Dies waren für mich die Highlights aus diesen Assessment- und Mentoringtagen. Die nächsten sind schon geplant (die Termine finden Sie hier), und ich freue mich schon darauf, das, was ich dieses Mal gelernt habe, das nächste Mal einzubringen und anzuwenden – und bin gespannt, was dann noch so an neuen Erahrungen dazu kommt …

 

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