Buchempfehlung: „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

Dieser Roman hat mich gefesselt, weil er das Thema der Ambivalenz menschlicher Natur aufgreift und hinterfragt. Die Geschichte spielt im Dritten Reich, Hauptperson ist ein jugendliches Mädchen, Errzähler ist der Tod selber. Durch das ganze Buch und seine Geschichte zieht sich das Thema der Polarität, es wird in eindrücklichen Bildern aufgespannt, so dass sich durch das ganze Buch hindurch Fragen wie diese in mir bewegt haben:

Wie kann es sein, dass Menschen beides tun können, „Gutes“ und „Böses“? Zum Beispiel wegen eines Stück Brots, das sie geben, um ein anderes Menschenleben zu retten, ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen? – Und auf der anderen Seite andere Menschen töten wegen eines Stücks Brot, das gegeben wird, um Menschenleben zu retten?

Markus Zusak lässt dies den Tod auf eindrückliche Weise so ausdrücken:

„Ich wollte der Bücherdiebin vieles sagen, über Schönheit und Brutalität. Aber was sollte ich ihr darüber erzählen, was sie nicht schon längst wusste? Ich wollte ihr erklären, dass ich die menschliche Rasse permanent unter- und überschätze – dass ich sie nur selten einzuschätzen weiß. Ich wollte sie fragen, wie ein und dieselbe Sache so hässlich und gleichzeitig so herrlich sein kann und ihre Worte und Geschichten so vernichtend und brillant.“

Während des ganzen Buchs ist es immer wieder eine eindrücklich vor Augen geführt Erkenntnis, dass beides möglich ist und dass es keine einfache Antwort darauf gibt, wie Menschen „sind“.

Ein Roman also, der zum Nachdenken anregt über eine der zentralen Fragen zum Menschsein und der zudem in einer Zeit spielt, die für uns Deutsche dieses Thema ganz besonders nah berührt – und daher finde ich ihn bereichernd und empfehlenswert.

 

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